Kahnweilerpreis

Im Gedenken an den in Rockenhausen aufgewachsenen Daniel- Henry Kahnweiler schreibt die Stadt Rockenhausen im 2-Jahres-Rhythmus den Kahnweilerpreis aus. Die Stadt würdigt damit den Galeristen und Kunsthistoriker, der als der Entdecker der Kubisten und Picasso gilt. Die nächste Verleihung ist für 2021 geplant.

Die Stadt Rockenhausen hat die Stiftung in Erinnerung an den "international berühmten Freund und Förderer genialer Künstler und verdienstvoller Kultur" gegründet, den sie am 15. Februar 1970 zum Ehrenbürger ernannt hatte.

Der Kunsthändler und Verleger von Werken über Kunst und Künstler vermachte als Dank dafür der Heimatstadt seiner Vorfahren den 2000 Bände umfassenden deutschsprachigen Teil seiner Bibliothek. Sie wird neben einer Foto-, Plakat- und Katalogsammlung, sowie einem Archiv von über 160 Büchern, Schriften und Aufsätzen im Kahnweilerhaus in Rockenhausen aufbewahrt.

Daniel-Henry Kahnweiler wurde am 25. Juni 1884 in Mannheim geboren. Seine Vorfahren lebten seit nahezu zwei Jahrhunderten als jüdische Kaufleute im pfälzischen Rockenhausen, wo heute noch das Haus seiner Eltern und Großeltern in der Luitpoldstr. 20 steht.

Er war "Entdecker", Förderer und nicht zuletzt persönlicher Freund Pablo Picassos, blieb dabei aber als Kunsthändler, Verleger und Schriftsteller stets im Hintergrund.

Kahnweiler gründete nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann und Börsenhändler 1907 in der Rue Vignon in Paris seine erste Galerie. Er förderte die Maler Pablo Picasso, Georges Braque, Juan Gris und Fernand Léger sowie die Bildhauer Manolo und Henri Laurens. Kahnweiler erwarb sich "hervorragende Verdienste als Wegbereiter und Interpret des Kubismus und als Autor bedeutender erkenntnistheoretischer Schriften", wie es die Urkunde der 1974 von der Universität Kaiserslautern verliehenen Ehrendoktorwürde formuliert.

1914 war Kahnweilers Galerie mit 800 Bildern als deutsches Vermögen in Frankreich beschlagnahmt und nach dem Ersten Weltkrieg weit unter Wert versteigert worden. Die 1920 in der Rue d´Astorg in Paris gegründete neue Galerie wurde 1939 von der Schwester seiner Frau Lucie, Louise Leiris, übernommen, da dem Juden Kahnweiler dieses Mal die Enteignung durch die deutschen Machthaber drohte. Am 14. Mai 1945, wenige Tage nach dem Waffenstillstand, starb seine Frau in Paris, wohin das Ehepaar nach seinem versteckten jahrelangen Aufenthalt in der Gegend von Limoges zurückgekehrt war. Mit der Ausstellung "Pour saluer Picasso" eröffnete er 1957 die mit seiner Schwägerin gemeinsam geleitete und heute noch bestehende neue Galerie in der Rue de Monceau. Am 12. Januar 1979 starb Daniel-Henry Kahnweiler im Alter von 94 Jahren in Paris.

Die am 24. Oktober 1979 durch einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates von Rockenhausen gegründete "Kahnweiler-Gedenkstiftung" hat 1981 erstmals den "Daniel-Henry Kahnweiler-Preis" durch eine Jury von Kunstsachverständigen verliehen. Der Preis wird im Wechsel für Malerei und Bildhauerei / Plastiken / Installationen ausgeschrieben.

Aktuell ist der Kunstpreis mit 10.000 € dotiert.

Broschüre des Kahnweilerpreises 2019

Bisherige Preisträger

2019
- Jan Bernstein (Preisträger Bildhauerei, Plastiken, Installationen)

2017
- Philipp Hennevogl (Preisträger Arbeiten auf Papier)
- Barbara Hindahl (2. Preis)

2015
- Kai Richter (Preisträger Bildhauerei, Plastiken, Installationen)

2012
- Klaus Lomnitzer (Preisträger Malerei)
- Lukas Schmenger (Förderpreis Malerei)

2008
- Mathias Garnitschnig (Preisträger Bildhauerei/Plastik)
- Philipp Morlock (Förderpreis Bildhauerei/Plastik)

2004
- Annegret Hoch (Preisträgerin Malerei)

2001
- Christiane Löhr (Preisträgerin Bildhauerei/Plastik)
- Sebastian Stöhrer (Förderpreis Bildhauerei/Plastik)

1999
- Bernadette Rottler (Preisträgerin Malerei)

1997
- Peter Rösel (Preisträger Plastik)
- Jochen Frisch (Förderpreis Plastik)

1994
- Christiane Schlosser
- Andreas Bausch (Förderpreis)
- Georg Dietzler (Förderpreis)

1992
- Madeleine Dietz
- Bettina Elmpt (Förderpreis)

1990
- Walter Schüler
- Alexander Voß
- Claude Sui-Bellois (Förderpreis)

1988
- Wolfgang Wiesemes
- Helga Föhl (Anerkennungspreis)

1987
- Reinhard Roy

1985
- Jossi Ben Jehoschua Blumenberg
- Josef Nadj
- Eberhard Boßlet (namentliche Anerkennung)

1984
- Guido Ludes
- Dietmar Groß
- Peter Großbach

1983
- Christian Kruck
- Marcus Lembach
- Klaus Fresenius (Förderpreis)
- Hans-Siegfried Röbel (Förderpreis)

1982
- Horst Solf
- Margot Stempel-Lebert
- Hetum Gruber (namentliche Anerkennung)
- Gerd Weiland (namentliche Anerkennung)

1981
- Reinhard Bachtler
- Hermann Theophil Juncker
- Klaus-Heinrich Keller
- Marghitta Abels (Förderpreis)