Kinderträume werden wahr - neuer Kitastandort St. Alban


Viele junge Familien im Appeltal und ein „übervoller“ Kitastandort in Würzweiler brachte die Verbandsgemeindeverwaltung ins Grübeln. Wie konnte man der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen begegnen, um dem qualitativen Credo, die ländlichen dezentralen Strukturen der VG KitaROK aufrechtzuerhalten, zu folgen und dabei noch die Bildungslandschaft im eigenen Sozialraum zu halten?

 Die Idee war, nach Räumlichkeiten im Sozialraum Ausschau zu halten, die derzeit eher ungenutzt im Einzugsbereich zur Verfügung stehen und durch eine Umnutzung aufgewertet werden könnten. Das Hauptaugenmerk des damaligen und jetzigen Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land, Michael Cullmann, lag auf dem ehemaligen Fanfarenheim im Bürgertreff der Ortsgemeinde Sankt Alban.

Nach konstruktiven Argumentationen und Zusammentreffen mit Ortsbürgermeisterin Petra Becher, dem Ortsgemeinderat von Sankt Alban und dem Fanfarenzug, der dann auch freundlicherweise auf seine eingetragenen Nutzungsrechte verzichtete, konnte mit der Planung begonnen werden.

 

Und hier hatten alle Verantwortlichen von Verbandsgemeinderat, Bauabteilung, Architekturbüro, Genehmigungsbehörden bei Kreis und Landesjugendamt bis zur Abteilung Soziale Infrastruktur alle Hände voll zu tun. Nach Erhalt der benötigten Genehmigungen war der Zeitraum auf ein halbes Jahr geschrumpft, um den Bürgertreff in eine moderne Kindertagesstätte umzubauen.

Dass die bekannten Betreuungsbedarfe allerdings schon im Januar die ersten Aufnahmen von Kindern erforderlich machten, setzte eine weitere Flexibilität voraus. Hier unterstützte die Ortsgemeinde Sankt Alban und bot die Räumlichkeiten des großen Mehrzweckraums als schmuckes „Provisorium“ an, das dann auch von Kreis und Landesjugendamt genehmigt wurde.

Zu schade, dass die Coronazeiten die tollen Eingewöhnungsphasen der ersten Kitakinder so abrupt unterbrechen musste – doch der Gesundheitsschutz und die gesetzlichen Vorgaben ließen nun auch in Sankt Alban in den vergangenen vier Wochen nur noch eine Notbetreuung zu. Und selbstverständlich hätten die Kinder gerne „den fleißigen Handwerkern“ gerne ab und an mal zugesehen.

Während der Notbetreuung arbeiteten die Handwerksbetriebe mit Hochdruck an der Fertigstellung der Räumlichkeiten – und auch hier hatte Architekt Andreas Dürnberger keine leichte Aufgabe. Die Betriebserlaubnis, um ab Mai in Sankt Alban auf zwei Gruppen zu erweitern, ist aufgrund der Kinderzahlen für die VG KitaROK unumgänglich.

Wie bis dahin die Nutzungsmöglichkeiten durch die Coronakrise für die  Kinder konkret aussehen werden, bleibt derzeit dennoch etwas ungewiss.

Was aber trotz aller herausfordernder Umstände schon jetzt behauptet werden kann: Der sechste Kitastandort der VG KitaROK hat sich mit vereinten Kräften zu einem wahren Schmuckkästchen gemausert. Und das zu Kosten von weniger als 600.000 Euro, was für eine zweigruppige Kita außergewöhnlich günstig ist. Wir erwarten dabei Landeszuschüsse in Höhe von 300.000 Euro.

 Es entstehen zwei Gruppenräume mit Gruppennebenräumen, alle in freundlichen Pastelltönen  farblich aufeinander abgestimmt mit neuen „Move-up-Möbeln“. Dazu zwei Spielebenen, zwei Waschräume mit separaten Kleinkind-WCs und eine Waschrinne für Kinder in unterschiedlichen Größen – die Ausstattung ist nach modernsten Gesichtspunkten der Kleinkindpädagogik ausgewählt.

Selbst die große Industrieküche kann in jedem Fall den zukünftigen Auflagen des neuen Kitagesetztes mit Bravour bestehen – und darin  glänzt eine besonders attraktive zusätzliche Edelstahl-Kinderküche im Kleinformat für das pädagogische Kochen.

Hinzu kommen zahlreiche weitere Räume für Materialien, ein Raum für Reinigung und Hauswirtschaft, ein Technikraum und eine extra „Matschschleuse“ im Flurbereich des Untergeschosses. Für die Eltern, die gerade ihre Kinder eingewöhnen, bietet das „Elternzimmer“ einen freundlichen Rückzugsraum.

Im Dachgeschoss befinden sich in wunderschönen Gaupen ein Mitarbeiterzimmer und das Leitungszimmer – der große Mehrzweckraum darf für die wöchentlichen Sportstunden genutzt werden. Ein Traum für Kinder und Erzieher!

Das großflächige Außengelände wird nun mit Hilfe der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land und rund 17 000.-€ Fördermitteln durch das KitaPLUS-Programm des Landes Rheinland-Pfalz naturnah und attraktiv in Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern geplant und umgesetzt.

 Schon jetzt ist klar, dass sich dieses Bauvorhaben der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land in Windeseile zu einem traumhaften Erfolgsprojekt entpuppt hat. Das nunmehr vierköpfige Erzieherinnenteam um die kommissarische Standortleitung Mona Eichenauer, eine Hauswirtschaftskraft und eine Reinigungskraft unterstützt das Trägertandem Sabine Bold und Claudia Manz-Knoll selbst in Coronazeiten tatkräftig.

Momentan wird, bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen, das Provisorium allmählich aufgegeben und nach Beendigung der letzten Genehmigungsverfahren wird der „Umzug“ in die neuen Räumlichkeiten vorgenommen.

 Dass die Mitarbeiterinnen in all dem Baustress den Humor nicht verlieren, beweisen ihre Ideen beim Einrichten nur allzu gut. Die „kleinen“ und „großen Delwetritscher“, wie sich die pädagogischen Fachkräfte mit ihren beiden Gruppen nennen werden, haben auch schon einen Namen für ihren zukünftigen Speiseraum entwickelt.

Der wird nämlich „Die Delwetritsche-Wertschaft“ heißen … warum? Weil genau an dieser Stelle früher ein Tresen stand, an dem die größeren Bürger ihre Essens- und Getränkebestellungen abgaben. Doch hier wird’s dann sicher einen gravierenden Unterschied zu früher geben:

den „Schoppe Malzbier“.

Doch das kann die Ortsgemeinde Sankt Alban sicher gut verschmerzen – sie haben nicht nur ihre Wohn-Attraktivität als zukünftiger Kitastandort gesteigert, sondern sich gleich parallel an die Baumaßnahme angeschlossen und sich für ihren wunderschönen Mehrzweckraum eine neue Küche, ein Stuhllager und neue Sanitäranlagen gegönnt.

Sichtbarer könnte eine Win-Win-Situation nicht sein.