Neues von der Feuerwehr: Feierliche Indienststellung eines Mittleren Löschfahrzeugs (MLF)


Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land zahlreiche Ehrengäste. Neben den zahlreichen Ortsbürgermeistern, Beigeordneten und Feuerwehrleuten galt sein besonderer Gruß der Landtagsabgeordneten Jaqueline Rauschkolb, der Staatssekretärin im Innenministerium Nicole Steingaß, dem Kreisbeigeordneten Ernst-Ludwig Huy mit dem Stellvertretenden KFI Thorsten Schüdzig, den Pfarrern der beiden christlichen Kirchen in Rockenhausen Hans Gaul (ev.) und Bernd Schneider (kath.), dem Ehrenwehrleiter der ehemaligen VG Rockenhausen Werner Schäfer und dem amtierenden Wehrleiter der neuen VG Nordpfälzer Land Timo Blümmert mit seinen Stellvertretern.

Bürgermeister Cullmann skizzierte in seiner kurzen Ansprache das Ziel der ständigen Erneuerung und Anpassung der Feuerwehrausstattung (Fahrzeuge, Ausrüstung, persönliche Schutzkleidung und Unterkünfte), dass er bei seinem Amtsantritt in der VG Rockenhausen mit der Wehrleitung aufgestellt hatte, um die Feuerwehr der Verbandsgemeinde schlagkräftig zu erhalten. Dazu gehöre auch die Personalwerbung in der Bevölkerung, die Steigerung des Frauenanteils und die Förderung der Jugendfeuerwehren mit den Vorbereitungsgruppen (Bambinis). Deshalb seien in dieser Zeit Fahrzeuge und Geräte, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen und meistens älter als 30 Jahre sind, nach und nach ersetzt worden. Einen besonderen Schwerpunkt habe man auf die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute gelegt, damit diese mit dem bestmöglichen Schutz in den Einsatz fahren können.

Mit der Übernahme der Verantwortung für die neue VG Nordpfälzer Land möchte er diese Ziele fortführen und dabei auch eine Angleichung von Ausstattung und Ausrüstung der beiden ehemaligen Verbandsgemeinden erreichen. Da dies erheblich Finanzmittel erfordere, gab er der Staatssekretärin die Bitte mit, diese notwendigen Beschaffungen durch zusätzliche Mittel zu fördern.

Cullmann lobte die zahlreichen Aktivitäten der Feuerwehrleute auf Verbandsgemeinde- und Kreisebene. Mit 40 Feuerwehreinheiten und ca. 700 aktiven Feuerwehrleuten hat die VG Nordpfälzer Land fast die Hälfte der Feuerwehreinheiten und aktiven Feuerwehrleuten im Donnersbergkreis. Diese stehen (wie alle Feuerwehren im Kreis) nach dem Brand- und Katastrophenschutzgesetz (LBKG) des Landes, sowohl für örtliche Einsätze als auch für den Katastropheneinsatz bereit. Der Bürgermeister betonte, dass die Erhaltung der Einsatzbereitschaft für diese große Flächenverbandsgemeinde natürlich schwieriger sei als bei Verbandsgemeinden mit nur 4 oder 15 Einheiten.

Staatssekretärin Nicole Steingaß verwies auf die große gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. An die anwesenden Feuerwehrleute gerichtet sagte sie: „Ein kluger Mensch hat einmal gesagt‚ die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht – ich bin froh und dankbar, dass Sie solche Menschen sind“. Die Feuerwehrleute seien auch in der Coronakrise kreativ gewesen, um ihre Einsatzbereitschaft zu erhalten. So hätten sie sich z.B. eine Atemschutz-Übungsstrecke aufgebaut, damit sie mit den Atemschutzgeräten das notwendige Training absolvieren können. Zur Stärkung des Ehrenamtes hat das Innenministerium eine Werbefilm für die „Blaulichtfamilie“ (Feuerwehren, Sanitätstdienste, THW u.a.) erstellen lassen, der der Bevölkerung die Bedeutung dieser ehrenamtlichen Organisationen vermitteln und für neue Mitglieder werden soll. Die Staatssekretärin berichtete weiter, dass das Brand- und Katastrophenschutzgesetz novelliert werde. Dabei soll u. a. ein besserer Kündigungsschutz für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute verankert und die Altersgrenze für den aktiven Dienst auf 67 Jahre erhöht werden, damit Menschen, die noch körperlich und geistig fit sind, länger mit entsprechendem Versicherungsschutz Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr machen können. Dies soll auch dem teilweisen Personalmangel im aktiven Dienst entgegenwirken. Ihren besonderen Dank richtete die Staatssekretärin an die Familien der Feuerwehrleute, die diesen Dienst der Partner oder der Partnerin, bzw. der Kinder unterstützten.


Stadtbürgermeister Michael Vettermann dankte der Verbandsgemeinde für das neue Fahrzeug, mit dem die Feuerwehrleute auch weiterhin gut und sicher Menschen in Not helfen könnten. Das große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute werde allzu oft als selbstverständlich angesehen. Die große Besucherzahl bei der Fahrzeugübergabe zeige aber auch die große Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehr, was er sehr begrüße.

 

Wehrleiter Timo Blümmert skizzierte kurz den Beschaffungsverlauf für das neue Fahrzeug. Durch Corona konnte das Fahrzeug innerhalb von 6 Monaten beschafft werden, da es sich um ein Vorführfahrzeug handele, das bei der weltweit größten Fahrzeug- und Ausrüstungsmesse „Interschutz“ für den Brand- und Katastrophenschutz, die alle sechs Jahre in Hannover stattfindet, ausgestellt werden sollte. Normal dauere die Beschaffung eines Großfahrzeuges eineinhalb Jahre. Das Fahrzeug hat eine eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe und führt 1000 Liter Wasser mit. Neben der Normbeladung mit der Ausrüstung für eine Feuerwehrstaffel (6 Feuerwehrleute) wurde es zusätzlich mit einem Stromaggregat, einem ausfahrbaren Lichtmast zur Ausleuchtung der Einsatzstelle und einem Elektrolüfter für die Be- oder Entlüftung von Brandstellen ausgestattet. Zwei Feuerwehrleute können sich schon während der Fahrt in der Mannschaftskabine mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten (umgangssprachlich „Pressluftatmern“) ausrüsten.

Das MLF ersetzt ein 38jähriges Löschgruppenfahrzeug, das zwar auch eine eingebaute Pumpe, aber kein Löschwasser dabei hatte. Mit diesem Fahrzeug haben etliche Feuerwehrgenerationen ihre Fw-Grundausbildung absolviert.

Das MLF ist, wie das alte Löschgruppenfahrzeug, vor allem zur Unterstützung der Ortsfeuerwehren bei Bränden vorgesehen. Es wird innerhalb der ganzen Verbandsgemeinde eingesetzt. Zu den Kosten für Fahrzeug und Ausrüstung von 220.000 € gewährt das Land aus der zweckgebundenen Feuerschutzsteuer eine Förderung von 58.000 €. Den Rest von 162.000 € muss die Verbandsgemeinde aufbringen. Wehrleiter Blümmert dankte dem Verbandsgemeinderat für die Zustimmung zur Beschaffung. „Das Fahrzeug hat für uns einen großen Wert, da wir nur mit gutem Material den Menschen unserer VG gut helfen können“, betonte der Wehrleiter.

 

Wehrführer Patrik Rhein, der erst seit einem halben Jahr die Wehr führt, dankte Bürgermeister Cullmann, dem VG-Rat und Wehrleiter Blümmert für die gute Unterstützung der Feuerwehrarbeit. Gemeinsam habe man in den letzten Jahren viel bewegt, um die Feuerwehrausrüstung auf den aktuellen Stand zu bekommen.

 

Der Kreisfeuerehrverband Donnersberg e.V. mit der Vorsitzenden Angela Scholz und ihrem Stellvertreter Dennis Dörr nahmen die die Gelegenheit wahr, um zwei Frauen die keinen aktiven Feuerwehrdienst leisten, aber immer für die Feuerwehr da sind, wenn sie gebraucht werden, mit der Floriansmedaille des Landesfeuerwehrverbandes auszuzeichnen. „Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. verleiht in Würdigung ihrer langjährigen familiären Unterstützung eines aktiven Feuerwehrangehörigen in der Ausübung seiner Ämter und Funktionen Frau Heike Busch / Frau Maria Müller die Floriansnadel“, heißt es in der Verleihungsurkunde.

 

Inzwischen wird der langjährige Brauch, bei der Einweihung oder offiziellen Indienststellung von Feuerwehrhäusern und -fahrzeugen den kirchlichen Segen zu spenden, wieder gepflegt. Pfarrer Hans Gaul von der Protestantischen Kirchengemeinde und Pfarrer Bernd Schneider von der katholischen Pfarrei „Heiliger Franz von Assisi“ hoben die Bedeutung der Feuerwehrarbeit hervor. Pfarrer Gaul zitierte einen Vers aus dem 1. Petrusbrief, in dem es heißt. „Es dient ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“. Er wünschte den Feuerwehrleuten, dass sie mit dem neuen Fahrzeug ihre „Gaben“ zum Wohl der Gemeinschaft einsetzen können. Pfarrer Schneider erläuterte zunächst die Bedeutung der Fahrzeugsegnung.

„Segnen drückt aus, dass Gott durch die Menschen wirkt, die mit diesen Fahrzeugen und Geräten arbeiten, Gutes tun“. Segen soll uns im Dienst stärken und das Gefühl geben „ich bin getragen“, einander zusprechen. Im Gebet formulierte er die Bitte, dass alle Feuerwehrleute von den Einsätzen oder Übungen wieder gut nach Haus kommen mögen.

Foto: Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Cullmann an Wehrführer Patrik Rhein

V.l.: Bürgermeister Michael Cullmann, Wehrführer Patrik Rhein, Wehrleiter Timo Blümmert, Staatssekretärin Nicole Steingaß, Landtagsabgeordnete Jaqueline Rauschkolb

Text und Foto:  Werner Schäfer