Ausreichend Personal für die Fahrzeugbesetzung
Im Alarmfall ertönt in der Feuerwache ein Gong, jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau hat zudem einen Funkmeldeempfänger bei sich. Im Ernstfall bedeutet das Signal, sich so schnell wie möglich auf der Wache einzufinden. Egal wo sie sind, ob bei der Arbeit oder zuhause, die Feuerwehrleute müssen innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein, so der gesetzliche Auftrag. Viele Mitglieder der Feuerwehr arbeiten jedoch ehrenamtlich, d.h. sie üben diese Tätigkeit neben ihrer regulären Arbeit aus und von dort ist bei einem Einsatz der Weg nicht selten weit.
Wenn bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Wache Im Wörth 1a in Rockenhausen künftig der Alarm ertönt, müssen einige der ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht mehr erst zum Feuerwehrhaus fahren, sondern sind bereits vor Ort. Denn um im Notfall schneller einsatzbereit zu sein und die so genannte Tagesalarmsicherheit zu erhöhen, hat die Verbandsgemeindeverwaltung dort einen Büroraum eingerichtet, in dem die ehrenamtlichen Mitglieder im Homeoffice arbeiten können. „Eine schnellere Ausrückzeit durch mehr mobiles Arbeiten vor Ort bedeutet, dass den Menschen in Not schnellstmöglich geholfen werden kann“, erklärt Timo Blümmert, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Nordpfälzer Land. „Gerade tagsüber, wenn die meisten Ehrenamtlichen arbeiten, ist es erforderlich, dass die verfügbaren Feuerwehrleute schnell ausrücken können. Nur so können wir die gesetzliche Hilfsfrist einhalten.“
Die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf zu unterstützen und zu gewährleisten sieht Bürgermeister Michael Cullmann daher als Pflichtaufgabe: „Der Brandschutz wird in unserer Verbandsgemeinde größtenteils ehrenamtlich sichergestellt. Ein Coworking Space mit gesichertem WLAN-Zugriff gibt den Kameradinnen und Kameraden, die beispielsweise zu Hause keinen Homeoffice-Arbeitsplatz einrichten können, die Möglichkeit, in einem Büro in der Feuerwache zu arbeiten und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Tagesalarmbereitschaft zu leisten.“ Das Homeoffice-Angebot positioniere die örtliche Feuerwehr als modernen Dienstleister und stärke damit auch die Mitgliederbindung. Voraussetzung sei natürlich die Zustimmung des Arbeitgebers.
Vier ehrenamtliche Mitglieder nutzen derzeit sporadisch die Homeoffice-Arbeitsplätze in der Feuerwache. „Das funktioniert sehr gut“, ist Blümmert zufrieden. Gerne dürfen noch weitere hinzukommen, um tagsüber ausreichend Personal für die Fahrzeugbesetzung zur Verfügung stellen zu können. Die vier ehrenamtlichen Kameraden etwa, die im Homeoffice in der Feuerwache arbeiten, sind allzeit bereit. Sie müssen – wie die hauptamtlichen Gerätewarte auch – im Alarmfall nur flugs in die Umkleide im Erdgeschoss und in ihre Schutzanzüge schlüpfen. Hose über die Stiefel, Schutzhelm auf und schon geht es ab in die Fahrzeuge zum nächsten Einsatz.


