Mannweiler-Cölln

Mannweiler-Cölln

Wo sich heute Mannweiler-Cölln mit seinen rund 365 Einwohnerinnen und Einwohnern im lieblichen Alsenztal ausbreitet, lieferten sich vor Jahrtausenden kriegerische Heere erbitterte Kämpfe. Einst lebten die Kelten in dieser Gegend, nach ihnen zogen die Römer in die Nordpfalz. Am Anfang des 5. Jahrhunderts kamen germanische Siedler in die Region. Mit ihnen breitete sich das stolze Reich der Burgunder auch im Alsenztal aus. Doch der Glanz der Burgunder war nur von kurzer Dauer und dem Ansturm der Hunnen nicht gewachsen. Mit dem Einzug der Franken entstanden im 7. und 8. Jahrhundert hier viele Siedlungen mit der Endung -weiler. Beide Dörfer waren später Teil der Grafschaft Nahegau, bis sich das Territorium Ende des 11. Jahrhunderts auflöste.

Blick über Mannweiler-Cölln
Blick über Mannweiler-Cölln

Die Geschichte Mannweilers ist eng mit der Burg Randeck und dem nach ihr benannten Rittergeschlecht verbunden, die nahe dem Dorf auf einem Bergvorsprung gelegen war. Die Burg wurde vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, erstmals nannte sich 1202 ein Henricus de Randeke nach der Burg. Der Burgplatz war ursprünglich Eigengut, das an seinem Fuß gelegene Dorf Mannweiler gehörte vermutlich von Beginn an zur Burgausstattung. Das Dorf selbst wird erstmals im Jahr 1238 als „Manewilere“ erwähnt, der Name „Weiler des Mano“ deutet auf einen einstigen, wohl bedeutenden Einwohner hin. Seit 1332 ist in Mannweiler der Weinbau verbürgt. Cölln wurde erstmals als „Colen“ urkundlich erwähnt in einer Burgfriedensbeschreibung von 1336 und im Jahr 1352 wird auch dort der Weinbau im Ort erwähnt.

Blick zur Ruine Randeck
Blick zur Ruine Randeck

Beide Dörfer überstanden den Dreißigjährigen Krieg, auch die Burg Randeck blieb unbeschädigt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Burg Randeck 1690 von französischen Truppen eingenommen und zerstört, anschließend aber einige Gebäude wieder bewohnbar gemacht.

Seit 1871 durchquert die Alsenzbahn beide Dörfer. Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr Mannweiler eine kurze wirtschaftliche Blüte dank seiner fünf Sandsteinbrüche, die ihre Produkte nach Alsenz lieferten, wo zu dieser Zeit die Sandsteinindustrie florierte (Quellen: Landesamt Denkmalpflege, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz; Jürgen Keddigkeit, Pfälzisches Burgenlexikon).

Mannweiler-Cölln wurde im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform am 7. Juni 1969 aus den aufgelösten Gemeinden Mannweiler und Cölln neu gebildet. Die Ortsgemeinde besteht seitdem aus den beiden Ortsteilen Cölln und Mannweiler. Zum Ortsteil Cölln gehören auch die Wohnplätze Morsbacherhof und Weidelbacherhof.

Die Gemeinde Mannweiler-Cölln hat sich im Laufe der Jahre von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten Gemeinde mehr und mehr zu einer Wohngemeinde mit ländlichem Charakter entwickelt. In der Ortsgemeinde sind eine Schreinerei, eine Bau- und Kunstschlosserei, ein Weingut, ein Baustoffhändler, ein Dorfladen mit frischen Brötchen und Backwaren, einige Landwirtschaftsbetriebe im Haupt- und Nebenerwerb, ein Reiterhof, eine Obst- und Schnapsbrennerei, eine Landmaschinen- und Kfz-Werkstatt, ein Imker im Nebenerwerb sowie eine Pizzeria ansässig. Zudem gibt es eine Dorfgemeinschaftshalle, einen Kindergarten mit öffentlichem Kinderspielplatz, eine evangelische Kirche und den Randeckerplatz, auf dem früher viele Feste gefeiert wurden.

Mannweiler-Cölln kann sich über ein reges Vereinsleben freuen: Es gibt einen Sportverein, einen Angelsportverein, einen Sängerbund, einen Feuerwehrförderverein, einen Kindergartenförderverein, einen Landfrauenverein, einen Kulturhistorischen Verein und die Landjugend Alsenztal, die allerdings derzeit als Verein ruht. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die französische Partnergemeinde Fricourt, aufgrund derer ein Bouleplatz in der Ortsgemeinde entstanden ist.

Das Cöllner Lädchen
Der Dorfladen „Cöllner Lädchen“ in Mannweiler-Cölln

Nicht nur aufgrund der ansässigen Kita ist Mannweiler-Cölln ein attraktiver Wohnort. Hier gibt es zudem viele Freizeitmöglichkeiten, liegt der Ort doch inmitten des malerischen Alsenztales. Wer sich für kulturhistorische Themen interessiert, ist hier genau richtig. So empfiehlt sich ein Ausflug zur bereits erwähnten Burg Randeck oder zum Randeck-Museum in der Alten Schule, beide vom Kulturhistorischen Verein betrieben. Das Museum informiert über die Lebens- und Arbeitsweisen der Menschen in und um Mannweiler-Cölln zu Zeiten von Großmutter und Urgroßmutter. Dabei werden zahlreiche Geräte und Werkzeuge präsentiert, mit denen früher in der Landwirtschaft und im Handwerk gearbeitet wurde. Ein liebevoll eingerichtetes, altes Klassenzimmer gibt einen Eindruck vom Schulunterricht in vergangenen Zeiten, als noch alles analog war. Außerdem sind archäologische Funde der Burgruine Randeck, ein Schulgebäude aus dem 16. Jahrhundert und ein Turmuhrenschlagwerk von 1770 zu besichtigen.

Das Randeck-Museum
Das Randeck-Museum

Radfahrer und Wanderer kommen in Mannweiler-Cölln ebenfalls nicht zu kurz: Durch die Ortsgemeinde verlaufen sowohl der Alsental-Radweg als auch der Pfälzer Höhenweg. Die schöne 7-Höfe-Tour führt ebenfalls über den Morsbacherhof hier entlang.

Mannweiler-Cölln in der Sendung "Hierzuland"
Stand: 23.3.2012, 22:13 Uhr, Autor/in: SWR Fernsehen



Ortsbürgermeister

Udo Weyh
Morsbacherstraße 10
67822 Mannweiler-Cölln

Gremien

Gremien Nordpfälzer Land